Checkliste für Alleinunterhalter: Was in jede Tasche gehört
Von Ersatzkabel bis Offline-Setliste: nichts vergessen vor dem Gig.

INHALT
Als Alleinunterhalter bist du Band, Tontechnik, Fahrer und Ansprechperson in einem. Wenn etwas fehlt, gibt es niemanden, den du noch schnell losschicken kannst. Eine gute Packliste ist deshalb keine Pedanterie, sondern der Unterschied zwischen einem entspannten Abend und einer Stunde Panik vor dem ersten Song.
Diese Checkliste ist nach dem aufgebaut, was dich am schnellsten aus dem Konzept bringt. Nimm sie als Grundlage und ergänze sie um das, was dir schon einmal gefehlt hat. Das sind meistens die wichtigsten Punkte. Für Hochzeiten lohnt sich zusätzlich ein Plan für die perfekte Setliste.
Die Grundausstattung
Das hier gehört zu jedem Auftritt, egal wie klein der Raum ist:
- Mikrofon mit Klemme und Popschutz
- Mikrofonständer
- Handy oder Tablet mit Halterung
- Audio-Interface oder passender Adapter
- Aktivlautsprecher oder Gesangsanlage
- Stromkabel und eine Mehrfachsteckdose
- Stativ für die Lautsprecher
Prüfe vor dem Packen, ob jedes Teil wirklich funktioniert, und nicht nur, ob es im Auto liegt. Ein Mikrofon, das seit dem letzten Gig in der Tasche war, ist kein Beweis.
Ersatz, der dich rettet
Die meisten Pannen sind klein: ein Kabel gibt auf, ein Adapter fehlt, ein Akku ist leer. Deshalb gehört eine eigene kleine Tasche mit Ersatzteilen ins Auto, die du nie auspackst und immer mitnimmst.
- Ersatzkabel für Mikrofon und Audio-Verbindung
- Zweiter Adapter für dein Handy
- Ladekabel und ein voller Akkupack
- Batterien für alles, was Batterien braucht
- Gewebeklebeband zum Sichern von Kabeln
- Zweites Mikrofon, wenn du eines entbehren kannst
Merke dir eine einfache Regel: Alles, was nur einmal vorhanden ist und ohne das der Auftritt ausfällt, braucht einen Ersatz. Das gilt auch für Kleinigkeiten, die nur wenige Euro kosten.
Deine Musik offline
Verlass dich nie auf den Empfang vor Ort. Festsäle, Keller und Landgasthöfe haben oft weder stabiles Netz noch brauchbares WLAN, und die Gäste im Raum machen es nicht besser.
Lade deshalb die komplette Setliste vor der Abfahrt aufs Gerät und teste sie im Flugmodus. Spiele von jedem Song kurz den Anfang an. So merkst du sofort, wenn etwas nicht vollständig geladen wurde. Der Flugmodus hat einen zweiten Vorteil: Während des Auftritts unterbricht dich kein Anruf.
Tipp: Schalte vor dem Auftritt Benachrichtigungen und automatische Updates aus, und stelle sicher, dass sich das Display nicht von selbst sperrt.
Der Tag vor dem Gig
Am Vortag entscheidest du, wie entspannt der Auftritt wird. Geh diese Punkte einmal durch:
- Setliste prüfen und aufs Gerät laden
- Tonart und Tempo bei jedem Song kontrollieren
- Handy, Akkupack und alle Geräte voll laden
- Ablauf und Ansprechperson vor Ort klären
- Anfahrt, Parkplatz und Ladeweg nachsehen
- Bühnenkleidung bereitlegen
- Vertrag oder Rechnung griffbereit haben
Frag außerdem nach dem Strom. Wo ist die nächste Steckdose, und hängt sie am selben Kreis wie die Kaffeemaschine der Küche? Das klingt banal, kann aber mitten im Set die Anlage abschalten.
Vor Ort vor dem ersten Ton
Plane genug Zeit ein, dass du nicht hetzt. Baue in Ruhe auf, verlege die Kabel so, dass niemand darüber stolpert, und klebe sie an kritischen Stellen ab.
Mache dann einen kurzen Soundcheck, und zwar nicht nur für dich. Geh in den Raum, während ein Song läuft, und hör von hinten zu. Wenn der Saal später voll ist, schlucken die Gäste einen Teil des Klangs, also darf es im leeren Raum etwas heller und etwas leiser sein, als du es am Ende brauchst.
Stelle dir zuletzt Wasser in Reichweite und lege die Setliste so, dass du sie auch im Halbdunkel siehst.
Was nach dem Auftritt zählt
Der letzte Punkt wird oft vergessen: Pack nach dem Auftritt so ein, dass der nächste Gig leichter wird. Wenn ein Kabel gewackelt hat, lege es sofort beiseite. Wenn etwas gefehlt hat, schreib es noch am selben Abend auf die Liste. Am nächsten Morgen weißt du es nicht mehr, und beim nächsten Auftritt steht es wieder vor dir. Flattern vor dem ersten Song die Nerven, helfen sieben Routinen gegen Lampenfieber.


